Bismarck-Typ

Deutschland hat als Finanzierungsmodell des Gesundheitswesens den sogenannten Bismarck-Typ oder auch Sozialversicherungsmodell genannt. 1883 hatte Bismarck dieses Modell in Deutschland eingeführt. 

 

Die Finanzierung dieses Modells wird überwiegend aus Beiträgen und Zuzahlungen geleistet. Dabei orientieren sich die Beiträge an der Höhe des Entgeltes das der Versicherte bezieht. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge (seit 2015 14,6 % des Bruttolohns, davor 15,5 %), wobei seit 2015 ein Zusatzbeitrag von den Krankenkassen erhoben werden kann. Diesen Zusatzbeitrag müssen die Versicherten selbst tragen. Somit wurden die Arbeitgeber entlastet, da sie nur noch 7,3% übernehmen müssen. Die Arbeitnehmer dagegen müssen > 7,3 % zahlen, je nach Höhe des Zusatzbeitrages. 

Zur Bemessung der Beiträge gibt es allerdings eine Grenze, die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze. Verdient eine Person mehr, wird nur der Betrag bis zur Grenze als Grundlage zur Berechnung der Beiträge bezogen. Einkünfte aus Kapital- und Zinserträgen oder Mieten werden hier nicht berücksichtigt. 

Die aktuelle Grenze liegt bei 4.425,00 € monatlich bzw. 53.100,00 € jährlich (2018).

 

Seit 2007 besteht eine allgemeine Versicherungspflicht. Familienangehörige können, sofern sie kein eigenes Geld verdienen, ohne zusätzliche Beitragszahlungen mitversichert werden. 

Quelle: vdek (Stand 11/2017)

Die Abbildung soll dazu dienen, die Funktion des Gesundheitsfonds zu verstehen. Die Beiträge der Mitglieder und der Arbeitgeber werden über die Krankenkassen direkt an den Gesundheitsfonds weitergeleitet. Darüber hinaus fließen weitere Beiträge und Steuern in den Gesundheitsfonds. 

Über den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich wird das Geld auf die Krankenkassen verteilt. Dabei werden Alter, Geschlecht und Krankheit der Versicherten beachtet, um so das unterschiedliche Mitgliederprofil der Krankenkassen auszugleichen.